Wer weiß es?

Veröffentlicht auf von Anorak

Seit längerem schon beschäftigt mich eine Frage, auf die ich gerne von einem sachverständigen Botaniker eine plausible Antwort hätte: Warum sind in Osteuropa und Russland in der Stadt die Bäume unten weiß angepinselt?
Ich kann darüber nur spekulieren… Ha
ndelt es sich dabei um eine uns unbekannte Baumschutzfarbe, dann verstehe ich nicht, dass die Bäume im Park diese nicht brauchen. Realistischer finde ich den Gedanken, dass die Bäume hell angestrichen werden, damit man bei einem Ausfall der Straßenbeleuchtung nicht dagegen läuft oder fährt. Die Tatsache, dass Birken, die eine weiß gesprenkelte Rinde haben ebenfalls nicht angepinselt werden, würde diese Erklärung stützen. Vielleicht soll die Farbe aber auch nur die Höhe der Schneedecke des letzten Winters anzeigen und die Passanten so an die bald hereinbrechende Kälte erinnern. Denn die kann man schon mal vergessen, wenn man bei +16°C Ende September in der Sonne durch die sibirische Innenstadt schlendert. Wer hat eine Erklärung für diese in Westeuropa unübliche Pinselei?

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Außenleuchten Karl 12/10/2010 13:25


Ich denke das hat mit der Dunkelheit was zu tun damit man die Bäume besser sehen kann im dunkeln. In Ostdeutschland gibt es das tatsächlich auf den Alleestraßen damit die Bäume rechtzeitig vom
Autofahrer gesehen werden können.


Maria Shamaeva 10/10/2008 18:00

Ich war als Kind fuer unsere Baeume im Garten zustaendig und habe sie jedes Jahr weiss gestrichen - gegen Insekten und andere schlimmen Wesen.

Sibirienseb 10/09/2008 14:28

Das es sich dabei um ein Überbleibsel des Kommunismus handelt, finde ich auch plausibel! Zumal damals im Ostblock Farbe immer im 5-Jahresplan und dann in einem Farbton produziert wurde. Vielleicht hatten die sich mal mit der weissen Farbe verschätzt und ein Paar Millionen Lieter zuviel produziert und dann eben damit angefangen ihre Bäume zu streichen. Übrigens ist der zweite Farbton, der hier sehr penetrant ins Auge sticht ein Türkis, mit dem Zäune, Häuser und Bushaltestellen gepinselt werden. Das sieht man hier überall. Im Ural war es dagegen eher hellblau.

Martin 10/09/2008 10:32

Hier in Rumänien gibt es auch das Phänomen der weißen Stämme. Allerdings wird nur im Frühjahr gestrichen. Dann aber auch wirklich alles, was stammähnlich ist. Strommasten, Telefonleitungen, ...
Ungezieferschutz kann also nicht sein, denn betonfressende Käfer gibt es wohl nur bei den Panzerknackern, wenn sie hinter Onkel Dagoberts Knete her sind.
Bessere Sicht scheidet auch aus, denn auch Bäume, die mitten im Park auf der Wiese stehen, werden angepinselt.
Die neueste Theorie in Oradea: Der Kommunismus ist dran Schuld! (Wer auch sonst?) Da früher Vollbeschäftigung herrschte wurde der Job des sozialistischen Stamm- und Mastverschönerers geschaffen, um so die allgemeine Lebens- und Schaffensfreude auf dem Weg zur klassenlosen Gesellschaft zu steigern. Nach der Revolution mussten die Streicher im öffentlichen Dienst weiter beschäftigt werde und so streichen sie noch heute. Diese These wird auch vom Durchschnittsalter der Streichenden gestützt.

Nico 10/07/2008 22:31

Also, diese Frage habe ich mir auch schon 100 Mal gestellt. Aber mit der bELEUCHTUNG kanns nichts zu tun haben: Achte mal auf bepflanzte Fußgänger-Mittel-Alleen mit mehreren Baumreihen. Da haben die Bäume in der Mitte der Allee auch den Anstrich, obwohl bis dahin nie ein Auto durchkäme. Es ist tatsächlich was gegen Parasiten, die von unten den Baum befallen. Durch den Anstrich dann eben nicht. Falls die Baumsorte gegen die Parasiten resistent ist, gibts ne zweite Erklärung: Beschäftigungdtherapie, denn oftmals werden Schulklassen / Studenten vor den Maifeiertagen mit dem Aufräumen der Stadt und so beglückt.
Viele Grüße nach Kemerovo (ich war letztes Jahr als Mittler in Novosibirsk)